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Prof. Ing. Hans Nadler (1910 - 2005)

Anläßlich des 150-jährigen Bestehens des Muskauer Landschaftsparkes fand vom 22. bis 24. September 1965 in Bad Muskau eine Fachtagung statt, bei der die Verdienste von Hermann Schüttauf und Prof. Ing. Hans Nadler mit der Verleihung der Ehrenbürgerrechte gewürdigt wurden.

Die beiden Persönlichkeiten hatten sich große Verdienste bei der Erschließung des Parkes und der Rekonstruktion der Gebäude erworben. Prof. Nadler wurde am 1. Juli 1910 in Dresden geboren, besuchte dort die Schule und absolvierte an der Technischen Hochschule Dresden sein Studium. Er war von 1945 bis 1949 Mitarbeiter des Sächsischen Landesamtes für Denkmalpflege und wurde 1949 zum Landesdenkmalpfleger berufen. Seit 1959 war er Mitglied der Kommission Heimatforschung an der Deutschen Akademie der Wissenschaften und seit 1952 Leiter des Institutes für Denkmalpflege in Dresden.

1978 erhielt er den Europapreis für Denkmalpflege und wurde 1987 Ehrenvorsitzender der Gesellschaft für Denkmalpflege im Kulturbund der DDR. Mit Bad Muskau ist Professor Ing. Nadler seit Jahrzehnten verbunden und setzte sich mit Rat und Tat, mit all seinem Wissen und Können für den Muskauer Park, seine Erhaltung und Gestaltung ein. Wie ein Credo klingen seine Worte, die er am 1. April 1965 schrieb: "Die Synthese eines modernen Städtebaus mit einem großen Denkmal alter Garten- und Parkarchitektur mit der Aufgabe, dem kranken und erholungssuchenden Menschen zu dienen, ist für den Städtebauer wie für den Denkmalpfleger eine zu gleichen Maßen verpflichtende wie schöne Aufgabe."

Der Rat der Stadt Bad Muskau beschloss 1965, Herrn Nadler in Würdigung seiner Verdienste bei der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung unseres historischen Landschaftsparkes und seiner Mitarbeit bei der generellen Stadtplanung Kurort Bad Muskau die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. In dem Beschluss heißt es ferner:

"Der Rat der Stadt Bad Muskau beschließt, Herr Nadler und Gattin sind im Festjahr drei Tage Gast des Rates der Stadt, bei besonderen festlichen und für die Stadt entscheidenden Höhepunkten im öffentlichen Leben."

Darauf folgte der "Ehrenbürgerbrief der Stadt Bad Muskau" an Herrn Prof. Ing. Hans Nadler, Dresden, in dem es heißt:

"...der seit den ersten Tagen nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus eine aufopferungsvolle und ständige Arbeit bei der Wiederherstellung des Muskauer Parkes leistet - der umfangreiche fachliche Hinweise zur Pflege und Weiterentwicklung dieses Kunstwerkes zum Volkspark gibt - der aktiv schöpferisch tätig ist bei der Umgestaltung unserer Stadt zur Kurstadt. Bad Muskau verleiht für diese außerordentlichen Verdienste die Ehrenbürgerschaft in dankbarer Würdigung und Anerkennung".

Erwähnt werden soll auch, dass Professor Nadler maßgeblich beteiligt war, dass Mittel für den Ausbau des Rentamtes (Altes Schloss) zur Verfügung gestellt wurden.

Aus Anlass seines 80. Geburtstages erhielt Prof. Nadler vom Rat der Stadt Bad Muskau und vom Museum der Stadt einen ersten Faksimile- Abdruck "Ansicht von Muskau um 1850". In einem Brief vom 10. August 1990 schrieb Hans Nadler:

"Liebe Mitglieder des Freundeskreises Stadt- und Parkmuseum Bad Muskau! Heute habe ich mir noch einmal in Ruhe den ersten Faksimile-Andruck "Ansicht von Muskau um 1850" angeschaut und Ihre Würdigung gelesen. Ich möchte nun noch einmal herzlich danken für die originelle Geburtstagsgabe, die mir viel Freude macht. Die Darstellung des Städtchens zeigt noch die alte geschlossene Ziegeldachlandschaft, die überragt wird von den Türmen des Rathauses, des Schlosses und der Kirchen. Man empfindet sehr betroffen die Wunden, die der Krieg der Stadt zugefügt hat und sieht die Aufgabe, dem Neubau nun auch eine großzügige Geschlossenheit zu geben, in der die Türme des Rathauses, das Neue Schloss sowie die Kirche städtebauliche Akzente geben werden.

Mit den besten Grüßen und guten Wünschen bin ich in alter Verbundenheit Ihr Hans Nadler."

Auch wenn viele Ruinen im Zuge des Wiederaufbaus in Dresden und anderen Orten endgültig beseitigt wurden, schaffte es Nadler, wichtige Gebäude wie das Dresdener Schloss oder die Semperoper zunächst als Ruinen für den späteren Wiederaufbau zu sichern. Auch der Wiederaufbau der Frauenkirche war letztlich dank der Sicherung des Trümmerberges durch Nadler und seine Mitarbeiter möglich.

Professor Ing. Hans Nadler starb am 8. Oktober 2005 im hohen Alter von 95 Jahren.

 

 

 

 

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