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Entwicklung des Kurbetriebes

Im Jahre 1822 wird Pückler auf den reichen Eisengehalt der Quelle südlich der Stadt (später Badepark) und den damit verbundenen Nutzen für Kranke aufmerksam gemacht. Daraufhin lässt er im Sommer einige Wannen für Mineralbäder für Kranke der Standesherrschaft aufstellen und erste Trinkkuren verordnen.

Der Fürst lässt die Kuranlagen erweitern. Außerdem kommen neben dem Wasser, Schwefel-, Kräuter-, Schlacken-, Douch- und Dampfbäder sowie ein russisches Bad zur Anwendung. Eine Besonderheit sind die "Schwitzbäder", welche sich in den Schächten des Alaunbergwerkes befinden.

Am 26.06.1823 wird die erste Badesaison im Hermannsbad im Badepark mit 150 Kurgästen und Initiatoren eröffnet. Besitzer der Badeanlagen ist Ludwig Heinrich Hermann von Pückler-Muskau. Die Kurgäste waren in den Gebäuden des Alaunmagazines untergebracht. In den Folgejahren erfolgte der Umbau zum Kurhaus und die vorhandene Eisenvitriolquelle erhielt ihm zu Ehren die Bezeichnung "Hermannsbrunnen" (Trinkquelle).

In den darauffolgenden Jahren wird das Moor in der Muskauer Umgebung entdeckt und neben dem Heilwasser zur Durchführung von Kuren eingesetzt.

Im Jahr 1881 erhält die Stadt den Titel "Bad". Das Kurwesen entwickelt sich zum Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor.

So lässt Dr. Halter 1913 im Bergpark (am Badepark) ein Privatsanatorium bauen.

Im Jahr 1930 verlor der Badebetrieb allerdings an Bedeutung und wurde in den öffentlichen Kureinrichtungen im Badepark ganz eingestellt.

Die Behandlungen mit natürlichen Heilmitteln wurden aber im "Berghaus Dr. Halter" fortgeführt, so dass der Kurortstatus erhalten blieb.

Da im Zweiten Weltkrieg die historischen Kurgebäude zerstört wurden, musste der Kurbetrieb im Mai 1950 im zum Sanatorium umgebauten ehemaligen Kavalierhaus des Fürsten Pückler wieder aufgenommen werden.

Die Bedeutung der Stadt als Kur- und Erholungsort wurde 1961 erneut durch die Zusatzbezeichnung "Bad" und 1967 durch die Prädikatisierung als staatlich anerkannter Kurort auf der Grundlage der Kurortverordnung der DDR wieder belebt. Im Jahr 1986 wurde im Bergpark ein Kindersanatorium an der Stelle des ehemaligen "Privatsanatorium Dr. Halter" errichtet.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands erhielt die Kureinrichtung in Bad Muskau den Status einer Reha-Klinik und führte in Trägerschaft des Freistaates Sachsen stationäre Reha-Maßnahmen durch.

Zum Anfang des Jahres 1996 erfolgte aufgrund des Geburtenrückgangs die Schließung der Kinderkureinrichtung und die Stadt Bad Muskau übernahm den Kurbetrieb in beiden Häusern als Reha-Klinik vom Freistaat Sachsen in ihre Trägerschaft.

Am 08.10.1997 erhielt die Stadt Bad Muskau die Anerkennung als staatlich anerkannter Kurort (Bestandsschutz bis 2005). Die Stadt muss aber zum Ende des Jahres den Kurbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen einstellen und den Eigenbetrieb schließen.

Das Therapeutische Zentrum Moorbad Bad Muskau übernimmt am 01.04.1998 den Kurbetrieb im ehemaligen Kavalierhaus im Schlosspark und führt das Kurhaus privat weiter. Das Gebäude beherbergte das Kur- und Wellnesshotel mit angeschlossenem Kurmittelhaus und Gaststätte. Es werden ambulante Vorsorge- und Rehamaßnahmen, Privatkuren, Gesundheits- sowie Medical-Wellnesswochen angeboten.

Im Jahr 2000 bringt eine im Norden Bad Muskaus auf den Loosen Wiesen niedergebrachte Bohrung aus 1600 m Tiefe eine hochprozentige Thermalsole mit einer Austrittstemperatur von 44° C und einem 24-prozentigen Salzgehalt zu Tage. Diese Thermalsole stellt eine enorme Bereicherung der Palette aufgebotener Heilmittel dar.

Am 23.12.2003 erwirbt der Freistaat Sachsen die Bergrechte an der Thermalsole und verpachtet sie an die regionale Entwicklungsgesellschaft.

Am 03.05.2005 erhält die Stadt das staatliche Prädikat "Ort mit Moorkurbetrieb".

Auf Grund der Bausubstanz des historischen Kavalierhauses und der gestiegenen Zahl sowie Ansprüche der Kurgäste wird der Kurbetrieb im Therapeutischen Zentrum Moorbad Bad Muskau Ende des Jahres 2009 eingestellt. Am Markt entsteht unterdessen an Stelle des ehemaligen "Hotel Stadt Berlin" das neue 4 Sterne "Kulturhotel Fürst Pückler Park". Die alten Betreiber gründen eine Betreibergesellschaft und eröffnen im November des Jahres das neue Kurhaus. Das Haus bietet ambulante Badekuren, zertifizierte Wellness- und Präventionsangebote, Privatkuren, Gesundheits- und Wellnesswochen, Wochenendangebote und Verwöhntage an.

Die Landesdirektion Dresden erkennt 2010 das Grundwasser aus der Bohrung "Hy Bad Muskau 1/2000" als Heilquelle staatlich an. Der Landkreis Görlitz erwirbt alsbald die Rechte an der Vermarktung der Solethermalquelle vom Freistaat Sachsen. Das Kulturhotel nutzt das Heilwasser bereits zum Teil mittels modernster Technik.

www.kulturhotel-fuerst-pueckler-park.de

Nach dem "Sächsischen Gesetz über die staatliche Anerkennung von Kur- und Erholungsorten im Freistaat Sachsen" wird die Stadt Bad Muskau am 03.05.2005 durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit als "Ort mit Moorkurbetrieb" anerkannt.

Stadt Bad Muskau
Freistaat Sachsen
Landkreis Görlitz
Oberlausitz
UNESCO-Welterbe Muskauer Park
Gebietsgemeinschaft NEISSELAND
Waldeisenbahn Muskau (WEM)
Ver- und Entsorgungswerke Bad Muskau GmbH
Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH

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